Pressen für die Metallbearbeitung
Pressen gehören zu den Umformmaschinen. Sie bringen Metall über Druckkraft in Form, ohne Späne abzunehmen. Typische Aufgaben sind Richten, Biegen, Prägen sowie das Ein- und Auspressen von Lagern, Buchsen und Bolzen. KNUTH führt Pressen in zwei Bauformen, abgestimmt auf Werkstatt und Fertigung.
Bauformen: hydraulische Pressen und Werkstattpressen
Das Programm gliedert sich in zwei Kategorien mit unterschiedlichem Einsatzschwerpunkt:
- Werkstattpressen: für Instandhaltung, Montage und Reparatur. Handbetätigte Modelle arbeiten über eine Handpumpe, motorisierte Ausführungen verkürzen die Taktzeit bei wiederkehrenden Arbeiten.
- Hydraulische Pressen: für Fertigungsaufgaben mit höherem Kraftbedarf. Der Druck im Hydrauliksystem bleibt konstant, dadurch steht die Presskraft über den gesamten Hub zur Verfügung.
Presskraft, Hub und Durchgangsbreite der aktuell verfügbaren Maschinen finden Sie in den Produktkarten oben.
Hydraulisch oder mechanisch: der Unterschied in der Praxis
Mechanische Pressen wie Exzenter- oder Kniehebelpressen arbeiten über einen Kurbel- oder Hebeltrieb. Sie erreichen hohe Hubzahlen und lohnen sich in der Serienfertigung mit gleichbleibendem Teil. Ihre volle Kraft steht allerdings nur nahe dem unteren Umkehrpunkt an.
Hydraulische Pressen arbeiten langsamer, halten die Kraft aber über den ganzen Hub. Hub und Enddruck lassen sich frei einstellen, und die Maschine bleibt bei wechselnden Teilen flexibel. Für Einzelteile, Kleinserien und Instandhaltung ist das der praxisnähere Weg. KNUTH bedient diesen Bereich und führt keine mechanischen Serienpressen.
C-Gestell oder H-Gestell
Die Gestellbauform entscheidet über Zugänglichkeit und Steifigkeit:
- C-Gestell: von drei Seiten offen. Werkstücke lassen sich seitlich einlegen, auch sperrige Teile. Die Bauform eignet sich für Montage- und Fügearbeiten mit häufigem Teilewechsel.
- H-Gestell: geschlossener Rahmen mit vier Ständern. Er nimmt höhere Kräfte auf und verformt sich unter Last weniger. Das zahlt sich beim Richten schwerer Teile aus.
Antrieb und Bedienung
Handbetätigte Pressen arbeiten über eine Handpumpe und brauchen keinen Stromanschluss. Sie sind schnell einsatzbereit und wartungsarm. Motorisch angetriebene Modelle übernehmen die Druckerzeugung und entlasten den Bediener spürbar. Sie sind sinnvoll, sobald dieselbe Arbeit mehrmals am Tag anfällt. Ein Manometer zeigt den anliegenden Druck an, verstellbare Endanschläge sichern gleiche Ergebnisse über die Serie.
Typische Anwendungen
- Ein- und Auspressen von Lagern, Buchsen, Silentlagern und Bolzen
- Richten verzogener Wellen, Achsen und Profile
- Biegen und Abkanten kleinerer Blechteile und Flachstahl
- Prägen und Stanzen mit passendem Presswerkzeug
- Montage und Demontage in Instandhaltung, Fahrzeugtechnik und Landtechnik
Für Blech im Tafelformat sind Abkantpressen die passende Maschine, nicht die Werkstattpresse.
Wer mit einer Presse arbeitet
Eine eigene Presse rechnet sich überall dort, wo Teile gefügt, gerichtet oder demontiert werden. In der Instandhaltung ersetzt sie improvisierte Lösungen mit Hammer und Abzieher. In der Fahrzeug- und Landtechnik gehören Lagerwechsel und Buchsenmontage zum Alltag. In Schlossereien und im Maschinenbau übernimmt sie Richtarbeiten an Wellen und Profilen. In Montage und Vormontage sichert sie gleiche Fügekräfte über die Serie. Der Nutzen ist in allen Fällen derselbe: die Arbeit bleibt im Haus, Durchlaufzeiten sinken.
Zubehör und Presswerkzeuge
Erst das Zubehör macht aus der Presse eine Universalmaschine. Verbreitet sind:
- Pressdorne in gestuften Durchmessern für Buchsen, Lager und Bolzen
- Prismen und V-Blöcke als Auflage für runde Werkstücke beim Richten
- Druck- und Auflageplatten zum Verteilen der Kraft auf empfindliche Teile
- Presswerkzeuge aus Stempel und Matrize für wiederkehrende Präge- und Stanzaufgaben
- Abkantvorrichtungen für kleinere Biegearbeiten an Flachmaterial
Welches Zubehör Sie brauchen, hängt von Ihren Teilen ab. Wir stimmen es bei der Auswahl mit ab.
Welche Presse passt zu Ihrer Aufgabe
Vier Fragen führen zur Auswahl. Welche Kraft brauchen Ihre Teile, und wie oft fällt die Arbeit an? Wie groß sind die Werkstücke, und wie sollen sie eingelegt werden? Steht ein Stromanschluss zur Verfügung? Und arbeiten Sie an wechselnden Teilen oder an einer festen Serie?
Aus den Antworten ergeben sich drei Kennwerte, an denen Sie Maschinen vergleichen. Die Presskraft muss zur schwersten Aufgabe passen, nicht zur häufigsten. Der Hub bestimmt, wie weit der Stempel fährt und wie hoch das Werkstück bauen darf. Die Durchgangsbreite begrenzt, was zwischen die Ständer passt. Beschreiben Sie uns Ihre Teile. Unsere Spezialisten empfehlen Baugröße, Gestellbauform und Zubehör.
Warum KNUTH
KNUTH ist ein etablierter Anbieter von Werkzeugmaschinen mit einem abgestimmten Pressenprogramm. Die Maschinen werden in Deutschland geprüft und CE-konform ausgeliefert. Sie bekommen persönliche Beratung statt Katalogauswahl, dazu passendes Zubehör aus einer Hand. Rund 1.000 Maschinen stehen im europäischen Lager in Wasbek bereit.
Service, Zubehör und Ersatzteile
Eigene Servicetechniker sind deutschlandweit im Einsatz, Service-Standorte sind Wasbek im Norden und Denkendorf im Süden. Inbetriebnahme und Einweisung Ihrer Bediener bieten wir als eigene Serviceleistung an. Für Ersatzteile gilt eine Versorgungsgarantie von zehn Jahren. Pressdorne, Prismen und weiteres Zubehör finden Sie im Maschinenzubehör. Details stehen unter Inbetriebnahme und Reparatur und Ersatzteile. Für die Auslegung erreichen Sie uns über das Kontaktformular.
Weitere Maschinenkategorien im Überblick
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